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Ist Geldtransfer mit Western Union, Moneygram, Ria, etc. halal (im Islam erlaubt)?

Viele Muslime in Deutschland versuchen regelmäßig Geld in ihre Heimatländer zu schicken. Dort unterstützen sie Ihre Familien oder investieren in Immobilien oder andere Wertgegenstände. Dieser Artikel setzt sich mit der Frage auseinander, ob die Nutzung eines solchen Dienstes halal ist, also ob Muslime ohne Bedenken mit Western Union Geld ins Ausland schicken können.

Da eine Auslandsüberweisung in Länder wie die Türkei, Libanon, Bosnien, Kosovo, Pakistan und in Länder in Afrika oftmals sehr teuer ist, relativ lange dauert und die Empfänger im Zielland oft nicht über ein Konto bei einer Bank verfügen, nutzen viele Muslime die Dienste von Geldtransfer-Anbietern wie Western Union, Moneygram, Ria Money Transfer oder ähnlichen Anbietern. Dieser Artikel setzt sich mit der Frage auseinander, ob die Nutzung eines solchen Dienstes halal ist, also ob Muslime ohne Bedenken mit Western Union Geld ins Ausland schicken können.

Wie funktioniert der Geldtransfer?

Firmen, die auf weltweiten Transfer von Bargeld spzeialisiert sind,  versprechen einen schnellen Geldtransfer ins Ausland für eine bestimmte Gebühr (Express-Geldanweisung). Um Geld ins Ausland zu verschicken muss der Kunde:

– als erstes einen Vertriebsstandort in seiner Nähe finden

– dort muss ein Formular ausgefüllt werden

– das ausgefüllte Formular wird dann zusammen mit dem zu überweisenden Geldbetrag (inkl. der Gebühr) an der Mitarbeiter gegeben.

– es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass sowohl der Sender als auch der Empfänger sich ausweisen müssen

– im Anschluss daran erhält man eine Transaktionsnummer. Diese Nummer teilt man dem Empfänger mit, der dann an einem Vertriebsstandort in seiner Nähe nachdem er sich ausgewiesen hat und die Transaktionsnummer angegeben hat das Geld ausgezahlt bekommt (in seiner Heimatwährung). Dies ist in der Regel innerhalb von einigen Minuten, wenn nicht gar sofort, möglich.

Die Gebühr für den Bargeldtransfer variiert je nach Empfängerland und Höhe des Geldbetrages der versendet wird. In den meisten Fällen wird die Gebühr durch den Währungsumtausch erzielt, d.h. das Unternehmen verdient beim Umtausch des Geldes, z.B. Von Euro in türkische Lira.

Eine Besonderheit solcher Geldtransfer Dienstleister ist, dass Sie oftmals nur sehr wenige eigene Filialen haben (manchmal garkeine) , sondern Vertriebspartnerschaften mit Gewerbetreibenden eingehen. So können beispielsweise Kioske, Leihhäuser, Reisebüros, Telecafés und andere Einzelhändler Vertriebspartner sein.  Western Union gibt an, dass Sie weltweit über 486.000 Vertriebstandorte in über 200 Ländern nutzen (in Deutschland u.a. bei der Postbank), Moneygram über 190.000, Rias Money Transfer bietet seine Dienste an über 170.000 Standorten an.

Ist der Geldtransfer mit diesen Anbietern halal?

Viele Muslime stellen sich die Frage, ob es halal ist einen solchen Moneytransfer Dienst zu nutzen um Geld ins Ausland zu verschicken. Hierzu muss man genau betrachten ob in diesem Geschäfts Zins (Riba), Glücksspiel (Maysir) oder vertragliche Unsicherheit (Gharar) enthalten ist. Dies ist nicht der Fall, es ist lediglich eine Gebühr dafür, dass Geld von A nach B „gebracht“ wird. Letztendlich handelt es sich um eine Transportdienstleistung (auch wenn es technisch natürlich anderes umgesetzt wird). Diese Meinung ist unter den Gelehrten (siehe z.B. hier und hier).

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von: Ajaz Shah

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