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Islamic Banking in Großbritannien soll wachsen

Der Bürgermeister von Englands Hauptstadt Boris Johnson sieht für das Islamic Banking in Großbritannien „riesige Chancen“. Dies äußerte der Bürgermeister nach einem Treffen mit Malysias Premierminister Najib Razak, berichtet die Financial Times.

Bisher hat Islamic Banking in Großbritannien schon einen großeren Stellenwert als in anderen europäischen Ländern, wie z.B. Deutschland. So gibt es in Großbritannien 3 Banken, die ausschließlich Islam-konforme Finanzprodukte anbieten, sowie 22 koventionelle Banken, die Islamic Banking Dienstleistungen anbieten (darunter u.a. Royal Bank of Scotland, Barclays sowie die Citygroup). Weiterhin gibt es in London etwa 25 Anwaltskanzleien, die Rechtsberatung zum Thema Islamic Finance anbieten können.

"The Shard": Der 310m hohe Wolkenkratzer wurde mithilfe von Islamic Finance realisiert (Bildquelle: Wikipedia / Mario Riberto Duran Ortiz)

„The Shard“: Der 310m hohe Wolkenkratzer in London wurde mithilfe von Islamic Finance realisiert (Bildquelle: Wikipedia / Mario Riberto Duran Ortiz)

Mehrere Islam-konfome Finanzierungen wurden genutzt um Projekte in London umzusetzen, beispielsweise das bis Oktober 2012 höchste Gebäude Europas „The Shard„, dessen Bau mit 150 Mio. Pfund aus Katar unterstützt wurde oder auch die geplante Sanierung der „Chelsea Barracks„. 2007 wurde auch die Übernahme des Autobauers Aston Martin durch eine Scharia-konforme Finanzierung von Investoren aus Kuwait realisiert.

All diese Dinge wurden vor allem möglich, weil vor einigen Jahren Reformen durchgeführt wurden und Regularien angepasst wurden, welche Islamic Banking in Großbritannien vereinfachten. Im März 2013 schuf die britische Regierung zudem eine „Islamic Finance Task Force“, welche die Rolle Londons führenden Islamic Banking Knotenpunkt im Westen zementieren soll.

Während der Islamic Banking Sektor im Bereich Corporate Finance erfolgreich ist, läuft das Privatkundengeschäft allerdings nur schleppend. So verkündete die HSBC im Oktober 2012 die Schließung des islamischen Privatkundengeschäfts. Laut Experten liegt dies einerseits an höheren Kosten, die durch komplexere Strukturen als im konventionellen Banking entstehen, andererseits aber auch an fehlender Glaubwürdigkeit. So sagt beispielsweise Tarek El-Diwani vom islamischen Beratungsunternehmen Zest Advisory aus London: „Die Industrie steht nicht zu ihren Prinzipien. In vielen Fällen sind Produkte nur islamisierte zins-basierte Produkte. Der normale Muslim auf der Straße ist von den angebotenen Produkte in UK nicht überzeugt“.

Vom 29. bis zum 31. Oktober findet in London das 9. „World Islamic Economic Forum“ statt. Es wird das erste Mal sein, dass dieses Event außerhalb eines muslimischen Landes stattfindet, nachdem es zuvor in Malaysia, Pakistan, Indonesien, Kuwait und Kasachstan stattfand.

Einige Zeit war sogar die Emission eines Sukuks der britischen Regierung geplant, allerdings wurden diese Pläne erstmal wieder zurückgestellt. Grund hierfür waren die Finanz- und die Eurokrise, es wurde befürchtet die Nachfrage werde zu  gering sein.

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